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2 Wände neu tapezieren – Teil 5 – Die ersten Bahnen

(Hier geht es zum vorherigen Beitrag: Bahnen zuschneiden.)

Nun geht es ran an die Wand!

Früher sagte man immer, dass die Tapezierrichtung vom Fenster weg sein soll. Das wurde so praktiziert, da früher Tapeten häufig überlappend geklebt wurden und dann der Schattenwurf ein anderer war. Heute, da die meisten Tapeten ohne Überlappung aneinander gelegt werden, hat das keinen Einfluss mehr. Auf jeden Fall sollte man aber in einer Zimmerecke anfangen.

Bevor ihr die erste Bahn an die Wand setzt, muss eine Hilfslinie gezeichnet werden, dafür messt ihr zunächst die Breite der Tapetenbahn aus (oder lest sie von der Verpackung ab).

Ausmessen der Breite (bzw. von Packung ablesen)

Dann markiert ihr das ermittelte Maß abzüglich einem oder zwei Zentimeter (bei langen und schiefen Wänden lieber einen Zentimeter mehr) an der Wand

Markierung an Wand

und zieht mit Hilfe einer Wasserwage einen langen Strich an der Wand entlang.

Zeichnen einer geraden Linie mit Hilfe der Wasserwaage.

Der Strich für die erste Bahn.

Der nächste Arbeitsschritt unterscheidet sich von der Art der Tapete. Ich verarbeitete Vliestapete, also kleisterte ich die Wand ein. Nimmt man Papiertapete oder Raufaser, muss man die Tapete einkleistern und sie nach Anleitung (siehe Banderole um Tapete) einweichen lassen.

Wand einkleistern (bei Vliestapeten, anderfalls kommt der Kleister auf die Tapete, Beschreibung auf Tapete beachten!)

Als nächstes wird die Tapete angesetzt und zwar an dem vorher angezeichneten Strich an der Wand…

Tapete an gezeichneter Linie ansetzen.

…und dann glattgestrichen. Dabei geht man von oben nach unten mit einer Tapezierbürste (die hat die richtigen Borsten: nicht zu kräftige, die die Tapete zerkratzen können und nicht zu weiche, damit man genügend Druck ausüben kann) über die Tapete.

Ziel ist es, die Tapete ohne Falten und Beulen an die Wand zu bekommen. Aber Achtung, saß die Tapete einmal gut und hat dann wieder Beulen geworfen, sollte man etwas warten, meistens zieht sich die Tapete wieder an die Wand fest und die Beulen sind weg. Auf jeden Fall muss man bei Vliestapeten und strukturierten Mustern aufpassen, dass man die Struktur der Tapete nicht „platt“ macht, daher sollte auf Gummi- und Nahtroller auf jeden Fall verzichtet werden! Wenn man alles gut eingekleistert (auf jeden Fall die Ränder gut einkleistern, auch wenn dabei der Tapeziertisch leiden muss!) und die Einweichzeiten eingehalten hat (auch nicht überschritten), dann reicht eine Bürste für die Anbringung vollkommen aus.

Tapete glattstreichen.
Die erste Bahn sitzt.

Nachdem die erste Bahn sitzt, trennt man den zur Ecke überstehenden Teil ab. Dies kann je nach Tapete unterschiedlich erfolgen. Für Raufasertapete kann man wieder die Reißschiene verwenden. Auch dünne Papiertapeten lassen sich unter Umständen gut reißen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Papiertapeten mit dunkler Farbe besser geschnitten werden, da durch das Reißen sich die farbige Schicht lösen kann und ein heller Streifen zum Vorschein kommt. Auch Vliestapeten schneide ich lieber, da sie gerne ausfransen.

Zum Schneiden drücke ich zunächst mit einer geschlossenen Schere den Schnittverlauf in die Tapete (geht das nicht, könnte man auch die stumpfe Seite eines Cuttermessers nehmen), ziehe die Tapete ein Stück von der Wand und schneide dann entlang der eingefrästen Linie. Anschließend drückt man die Tapete wieder an.

Im Fussleistenbereich habe ich die Tapete gerissen und auf dem Bild sieht man gut, was ich mit „ausfransen“ meine. In dem Bereich ist das aber nicht so wichtig, da ich die überstehenden Reste einfach mit dem Spachtel hinter die Fussleiste geschoben habe.

Tapete reißen.

Die Stellen für die Schalter und Steckdosen werden einfach mit einem Cutter ausgeschnitten. ACHTUNG!!! Darauf achten, dass kein Strom auf den Schaltern und Steckdosen ist. 

Reste hinter die Fussleiste geschoben und Löcher geschitten.

Und da hängt sie: Die erste Bahn!

Die erste Bahn klebt.

Ab jetzt werden alle Tapeten an der Kante der ersten Bahn angelegt, bis man in der nächsten Ecke angekommen ist. Wie eine Ecke geht, erkläre ich im nächsten Beitrag.

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