Stoffecke

2 Wände neu tapezieren – Teil 6 – Ecke und Rest

Nachdem die erste Wand fertig tapeziert wurde, kommt irgendwann unweigerlich eine Ecke. Je nachdem, wie viel Abstand zur Ecke bleibt, wird die letzte Bahn unterschiedlich behandelt.

Ist noch so viel Platz, dass fast eine ganze Bahn hin passt, wird einfach eine ganze Bahn geklebt und alles, was über die Ecke reicht abgeschnitten, so dass man bündig mit der Ecke die Wand beendet.

Bleibt nur ein schmaler Streifen über (wie in meinem Fall), schneidet man einen Streifen zu, der ca. 4 bis 5 cm breiter ist, als der Abstand von der letzten Bahn bis zur Tapete. Dann klebt man diesen Streifen an und schneidet diesen bündig zur Ecke ab.

Abstand bis zur Ecke.

Zum Markieren der Schnittkante drücke ich mit der unscharfen Seite
der Schere eine Kerbe in die Tapete, indem ich diese der Zimmerecke
entlang ziehe, hebe die Tapete ein Stück ab, schneide die Tapete entlang
der Kerbe ab (eher auf der Seite zur nächsten Wand hin, damit einige
Millimeter überstehen) und drücke die Tapete wieder an die Wand. Bei
sehr dünnen Streifen ist bei dieser Prozedur darauf zu achten, dass man
den Streifen nicht von der Stoßkante zur letzten Bahn versehentlich
wegzieht (z. B. durch das Eindrücken mit der Scherenkante).
Raufasertapete oder dünne Papiertapeten können auch mit der Reißschiene
gerissen werden (dies braucht u. U. einige Übung).

Tapete schneiden.

Fertig geklebter letzter Streifen mit einem kleinen überstehenden Rand.

Neuanfang hinter der Ecke.

Hinter der Zimmerecke setzt man die erste Bahn genauso an, wie bereits die allererste Bahn, die man geklebt hat (die Erklärung dafür findet ihr hier).

Bei Zimmertüren wird einfach eine ganze Bahn an die vorherige Bahn angesetzt und dann ebenfalls durch Eindrücken die Schnittkante markiert (zunächst die lange Seite, diese kann dann zunächst eingeschnitten werden, wenn man dann die Tapete wieder anlegt, ist es einfacher den Rand über der Tür zu markieren). Hierbei besser ein paar Millimeter beim Abschneiden überstehen lassen und die Überstände dann hinter der Türzarge verschwinden lassen (kann man gut mit einem Spachtel hinterschieben). Anschließend wird ein Stück über der Tür an die vorherige Bahn angelegt und daran die nächste ganze Bahn angelegt, die dann wieder entsprechend zugeschnitten wird. Eine Tür wird also einfach in der Richtung weitertapeziert, in der man die ganze Zeit tapeziert hat.

Für Fensterlaibungen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Bei Raufasertapeten und dünnen Papiertapeten wird zunächst die Laibung beim Tapezieren ausgespart und anschließend die Laibung tapeziert. Bei Raufaser wird auf Stoß tapeziert (also keine Überlappung). Bei Tapiertapete wird ein ca. 1 cm Überhang in die Laibung geklappt und dann die Laibung auf Maß tapeziert.

Bei Vliestapete kann die Tapete über die Kanten gelegt werden. Bei dieser Methode fängt man nicht in der Ecke an, sondern am Fenster. Zuerst misst man die Tiefe der Laibung und zieht diese von der Breite der Tapetenbahn – 1 cm Verschnitt ab (z. B. Laibungstiefe 15 cm; 53 cm Tapetenbreite – 1 cm Verschnitt – 15 cm Fensterbreite = 37 cm). Nun misste am an der Wand ab Laibung 37 cm und zeichnet dort mit Hilfe der Wasserwaage eine Ansatzlinie an, setzt daran die Tapete an, schneidet auf Höhe der Fensterbank und an der oberen Laibungsecke ein und klappt das überstehende Ende in die Laibung. Dann schneidet man das überhängende Stück überhalb der Laibung ab und setzt dort ein Stück an, dass so hoch ist, wie das Maß bis zur Decke plus die Tiefe der Fensterlaibung und legt es ebenfalls in die Laibung rein.

Ich persönlich lege Tapete nie um Ecken (auch nicht bei Fensterlaibungen), besonders nicht bei Altbauten, da Ecken nie ganz rechtwinklig sind und man im Zweifel hässliche Beulen bekommt, wenn man beim Umlegen nicht hundertprozentig arbeitet.

So, das war es schon. Fertig ist das Zimmer. Sieht doch gleich viel freundlicher aus, oder? Wie ihr unschwer erkennen könnt, hat sich der Nähbereich ausgeweitet und der Gästebereich ist kleiner geworden 😉

Vorher
Nacher.

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