Neustes

Stricken lernen durch das Internet

Seit ca. 2 Monaten habe ich eine ganz liebe neue Kollegin. Sie hat mir jetzt total Mut gemacht, mich an Socken zu trauen und hat mich auch gleich mit allem möglichen Handwerkszeug ausgestattet:

Sockenbücher und Holz-Nadelspiele

Unter anderem hat sie mir Sockenbücher mitgebracht und da schäumte mein Herz gleich über vor Glück. Dazu muss ich sagen, dass ich selbstgestrickte Socken liebe! Bisher fühlte ich mich nur nicht in der Lage welche zu stricken. Meine ersten Strickversuche liegen in der Kindheit und dort hatte niemand Lust und Zeit und Geduld, mir das anständig beizubringen. Meine Mutter war die Strickkönigin im Haus und ich befürchte, dass sie keine andere neben sich haben wollte, denn schon beim Anschlag hatte sie keine Geduld mir das zu zeigen und wenn ich frustriert aufgab, strickte sie das mal eben an einem Abend fertig, anstatt mich weiter zu ermutigen.

Zum Glück gibt es inzwischen Internet! Da kann man sich in aller Ruhe Videos ansehen und wenn man damit nicht klar kommt, noch tausende Beschreibungen zur Rate ziehen und wenn man immernoch nicht weiter weiß, in einem Forum um Hilfe bitten. Ich liebe das Internet! Eröffnet es einem doch unendliches Wissen und auch einen Kreis von ganz, ganz vielen, sehr, sehr hilfsbereiten Menschen ♥

Vorbei die Zeit, in der du nur einen kleinen Kreis um dich hattest und immer nur so schlau oder dumm bliebst, wie dieser Kreis um dich herum es zuließ. Warst du dann auch noch introvertiert und trautest dich nicht auf andere Menschen zuzugehen, dann hattest du noch mehr Pech, da sich dadurch dein Kreis der Wissensteilenden nie wesentlich erweiterte. Für mich ist Internet eine Form der Demokratie und Bildung. Und auch der Selbstbestimmung. Dein Wissenspool ist nicht mehr davon abhängig, was und wer dir im Leben begegnet, sondern du kannst aktiv nach dem Wissen, was du brauchst, suchen. Klar gibt es auch ganz, ganz viele Schattenseiten, aber das wird jetzt zu viel…..denn ich merke, ich schweife mal wieder ab 😉

Also, bei mir kamen selbstgestrickte Socken bisher von Märkten und Basaren. Von Stellen also, wo sich andere die Mühe machten, Socken zu stricken und sie für einen guten Zweck zu verkaufen. Leider gab es nicht überall meine Größe, somit ist mein Repertoire an selbstgestrickten Socken eher übersichtlich. Und wenn dann eine Socke in die falsche Wäsche kam und schrumpfte, war die Trauer groß!

Aber damit ist jetzt Schluss! Denn ab heute stricke ich Socken selbst! Naja, ich habe gerade mal 5 Runden der ersten Socke geschafft, aber ich bin guter Hoffnung, dass daraus eine anständige Socke werden kann 😉

Die ersten Reihen sind gemacht

Dabei hilft mir das Buch „Von Null auf Socke“ (TOPP-Verlag, ISBN 978-3772465963, leider nur noch gebraucht erhältlich)*, dass mir meine liebe Kollegin mitgebracht hat. Und wenn ich danach Socken stricken kann, dann stricke ich das ganze Buch „Die 100 schönsten Socken für die ganze Familie“ (ebenfalls TOPP-Verlag, ISBN 9783772465970) durch 😉 Ich Großmaul *lach*

Dann gab mir meine Kollegin noch Echt-Holz-Nadelspiele mit, da ich beim Stricken meiner Mütze merkte, dass die sehr glatten Metallnadeln schon gerne mal rutschten. Nicht so sehr mitten beim Stricken, aber gerne schon mal, wenn man nur noch ein oder zwei Maschen auf der abzustrickenen Nadel hat. Ich dachte mir, dass Holznadeln eine gute Lösung sein könnten. Damit ich nicht gleich viel Geld investiere und nicht weiß, wie ich mit Holz-Nadeln klar komme, ließ mich meine Kollegin ihre ausprobieren. Und das war auch sehr gut, denn ich merkte bereits nach der ersten Runde, dass ich und diese Holznadeln keine Freunde werden.

Vorteil der Holznadeln ist ganz klar ihr Gewicht. Sie sind schön leicht und das fühlt sich wunderbar an. Beim Stricken packe ich allerdings oft auf die Spitze und kontrolliere damit die Übergabe der Maschen (schwer zu erklären, ich habe mir die Technik hier abgesehen) und dafür sind die Spitzen der Holznadeln zu spitz. Sie tun richtig weh, wenn ich sie mir ins Fleisch drücke.

Nun hatte ich in dem Nobel-Woll-Laden, indem ich am Donnerstag war, andere Holznadeln gesehen, die m. E. eine rundere Spitze haben. Eigentlich war ich in den Wollladen gegangen, um mir Holznadeln zu kaufen, weil ich hoffte, dass die nicht so schnell aus dem Strickstück sausen. Ich habe sie dann aber nicht mitgenommen, weil sie 1. über 10 Euro kosten sollten und 2. genauso glatt waren, wie die Metallnadeln und ich davon ausging, dass sie dann genauso rutschen werden. Nun glaube ich aber, dass die Nadeln aus dem Laden genau die richtigen für mich sind, denn sie haben alle positiven Eigenschaften der Metallnadeln (glatt und abgerundete Spitze) und zusätzlich die positve Eigenschaft der Holznadeln, nämlich die Leichtigkeit. Und wenn ich ganz viel Glück habe, dann sausen sie auch nicht so schnell aus dem Wollstück, da durch das geringere Gewicht die Gravitation (Massenanziehung durch Erdanziehungskraft) geringer sein dürfte. Also werde ich mir wohl demnächst mal ein Nobel-Holz-Nadelspiel zulegen. Das möchte ich allerdings erst machen, wenn ich auch wirklich weiß, dass ich noch ganz, ganz viele Socken stricken werde. Vorher tun es meine guten, alten, geerbten Metallnadeln wunderbar. Und bei Socken habe ich auch nicht ganz soviele Maschen auf der Nadel, wie bei der Mütze, somit dürfte das Rutschrisiko auch deutlich geringer sein.

*Ich nutze das Buch inzwischen nicht mehr, da ich viel bessere Anleitungen im Internet entdeckt habe:

Videos von Andrea „Maschenanschlag“
Videos von „Nadelspiel * Stricken & Häkeln mit eliZZa“

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