Guerilla Knitting
Stoffregal

Guerilla Knitting

Gestern war ich in Maastricht. Ich liebe Maastricht! Und seit gestern
noch mehr, da wir dort eine Stadtführung gemacht und viele
kleine, schöne Nebenstraßen kennengelernt haben. Auf dem Markt dort soll
es auch Stoffstände gegeben haben – zum Glück hatte ich sie nicht
gesehen 😉

Was ich dort noch gesehen hatte, war Guerilla Knitting….allerdings,
wie ich fand, sehr dilettantisch. Ich frage mich ohnehin oft, wie die
Stricker/innen es schaffen, die Wollstücke zu installieren. In
Maastricht scheint die Angst sehr groß, erwischt zu werden, denn oft
waren die Strickstücke, die ohnehin nicht besonders groß waren, nur halb
befestigt. (Auf dem Foto unten ein Beispiel, es hingen noch weitere
Stücke an diversen Laternen, aber immer nur so halb.)

Guerilla Knitting in Maastricht

Richtig schöne Stücke habe ich auf der LGS in Zülpich und im Hafen von
Duisburg gesehen. Wobei auf der LGS eher die Größe beeindruckte, während
mich im Hafen die filigrane Ausarbeitung faszinierte.

Guerilla Knitting DU-Hafen

Guerilla Knitting DU-Hafen

Guerilla Knitting Zülpich

Mich fasziniert ohnehin diese Art des Handarbeitens und ich fände es
eine total schwere Übung zum Thema loslassen, denn sorgsam gearbeitete
Stücke werden über diese Art permanent in Gefahr gebracht auf übelste
Weise entsorgt zu werden. Da hätte ich schon Schwierigkeiten mit.

P.S.: Bin gerade dabei mich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen und habe dazu diese
interessante Erklärung gefunden. Demnach haben die Projekte manchmal
auch politische Aussagen. Wobei es auch manchmal nur um einfache
Verschönerungen geht, wie z. B. bei dieser
Gruppe zur Zeit eine Baustellenverschönerung im Vordergrund steht.
Alles in allem soll es weibliches Graffiti darstellen und „männliche“
Konstruktionen etwas weicher und bunter erscheinen lassen. Im Gegensatz
zu „männlicher“ Graffiti (Häuser besprayen ist tatsächlich eine eher
männliche Domäne), zerstört die Form der weiblichen Graffiti nicht das
Ursprungobjekt. Irgendwie scheint diese Einteilung wirlich irgendwie zu
passen: Das Männliche versucht sich bleibend und nachhaltig zu verankern
und das Weibliche strickt drumrum und kann mit einem Scherenschnitt
entfernt werden….. Aber irgendwie finde ich den Gedanken gut, dass mit
weiblichen Handarbeiten so offensiv an die Öffentlichkeit gegangen wird
und ganze Bäume, ja sogar Panzer einfach eingestrickt werden. Ein Hoch auf die Handarbeiten!

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