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Stoffregal

Winterjacken-Sewalong Teil 3a: Der Reverskragen

Nachdem ich gestern meinen Zwischenstand für den Winterjacken-Sewalong bei MMM gepostet hatte, fuchste es mich, dass ich diesen bescheuerten Kragen nicht hinbekam und bastelte fröhlich weiter.

Ich zerlegte die Anleitung in kleine Einzelteile und fing mit dem Einfachsten an:

Kragensteg an Kragen steppen, Nahtzugabe zurückschneiden, umbügeln und noch einmal über die Nahtzugaben steppen.

Kragensteg auf Kragen gesteckt

Kragensteg gesteppt und Nahtzugaben nochmals gesteppt

Beide Kragen aufeinandersteppen und dabei im Oberkragen Weite „anschieben“. Dort bin ich der Anleitung von Lucy von MMM gefolgt.

Kragenunterseite gewellt gesteckt.

 

gewellter Unterkragen nach dem Steppen
(zu weit gesteppt, die Seiten hätten frei bleiben müssen (bis max. zur Markierung!)

Kragenecken

Kragen wenden (ich habe vorher noch die Kragenecken eingeschnitten – ist aber nicht notwendig, wie ich inzwischen weiß).

Bis dahin war es ja noch einfach….

Dann (Zitat Burda Style 09/2015, Seite 9 im Anleitungsheft Modell 104): „Kragen zwischen Jacke und Besatz legen. Zunächst den Unterkragen jeweils vom Querstrich bis zum Abnäher an den Halsausschnitt der Vorderteile steppen. Nahtzugaben auseinanderbügeln. Dann jeweils von der rückw. Mitte aus den Unterkragen an den Halsausschnitt steppen fortlaufend die Reversabnäher steppen.“

Wenn ich es richtig verstehe, sollen zuerst die Kragenstege (wieso wird hier immer von Unterkragen gesprochen?) auf die vorderen Seitenteile gesteppt werden und dann von der hinteren Mitte aus am Halsausschnitt (ich hatte es falsch verstanden, siehe weiter unten). Was ich jetzt wieder nicht verstehe ist, wie man von der hinteren Mitte hin zu den Reversabnähern kommen soll? Ich habe erst einmal den Kragen so angesteckt und nun gesehen, von wo bis wo er geht und denke nun, dass der Abnäher, der auf Schulterhöhe beginnt, wohl der Reversabnäher sein muss und ihn schon mal um die verlangten 5 cm eingeschnitten. Dieser Beitrag bei den Hobbyschneiderinnen bestärkte mich darin.

Der Kragen geht bis zu dem Abnäher.

Abnäher eingeschnitten.

Bis dahin war der Stand von gestern Nacht.

Zum Glück habe ich heute Homeoffice, so dass ich immer mal wieder um die Jacke rumschleichen konnte….

Zunächst fand ich eine Anleitung fürs Blazernähen (Burda-Style-Downloadschnitt 127-112012-DL) und darin sah ich nochmals, dass der von mir gestern Abend gesetzte Schnitt in dem Abnäher richtig war. Aber irgendetwas stimmte immer noch nicht. Ich habe das Stück gedreht, gewendet, nochmals in die Anleitung geguckt, mir nochmals das Bild vom Blazer angeguckt und mich immer wieder gefragt, wie in Gottes Namen der zweite „Flügel“ in den Kragen kommt.

Und dann kam ich auf die Lösung: Meine Nählehrerin hatte mir gesagt, dass ich den vorderen Besatz (Teil Nr. 9) nicht bräuchte, wenn ich nur ein Probestück nähen wollte. Und ich Dummie hatte das total vergessen und hatte immer gedacht, der Besatz entsteht durch Umklappen der mittleren Vorderteile. Tja, so kann es kommen….

Jetzt habe ich es endlich geschafft und der Kragen sitzt. Da mein Hoffotograf auf der Arbeit sitzt, heute mal als Selfie bzw. auf der Püppi 😉

Bei der Prozedur ist mir aufgefallen, dass ich den Kragen nicht bis ganz unten an den Kragensteg hätte zusammenheften dürfen, aber für die Probejacke ist das ja egal. Außerdem habe ich den Kragen jetzt nicht vorschriftsmäßig bis zur Markierung gesteckt, aber hier geht es ja auch nur ums Prinzip: Im Prinzip müsste der Kragen so angeheftet werden.

Wenn ich ehrlich bin, graut mir davor die ganzen Schritte in Fell zu machen und ich bin ernsthaft am Überlegen, die Jacke zunächst in einem Cord zu machen, der hier rumliegt und auf seine Bestimmung wartet (ein Eröffnungsangebot der Änderungsschneiderei in der Komphausbadstraße: 10 Euro für 3 m!), um noch etwas mehr Übung zu bekommen.

Aber ich habe Blut geleckt und die Jacke wird jetzt genäht, so oder so 😉

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