Stoffecke

Getrödelt Gefunden Gefreut – Ein Paket alter Zeitschriften

Heute zum letzten Mal (leider) Getrödelt Gefunden Gefreut bei Beswingtes Fräulein. Herzlichen Dank für diese schöne Idee und dass ich die letzten dreimal mitmachen durfte.

Diesmal habe ich mich für ein Überraschungspaket von Zeitschriften entschieden, das ich vor einigen Monaten bei einem großen Auktionshaus ersteigerte. Es war eine sehr unscheinbare Auktion. Auf dem Angebotsbild war nur ein Stapel Zeitungen zu sehen und in der Beschreibung wurde erwähnt, dass ein paar Schnittmusterbögen dabei wären. Das war auch schon alles.

Das Bild in der Auktion sah in etwa so aus.

 
Das schöne an solchen Überraschungspaketen ist, dass der Preis dann auch entsprechend niedrig ist. Für ca. 5 Euro + Versand gelangte das Paket in meinen Besitz. Allerdings trägt man auch immer ein gewisses Risiko, das sollte nicht verschwiegen werden. Aber ich hatte Glück.

Beim Öffnen des Paketes offenbarte sich mir ein wahrer Schatz:

Überblick Inhalt

Leider sind nicht alle Hefte vollständig, so dass ich mich zum Teil nur mit der Freude an den Bildern begnügen muss.

Die „Burda Moden“ aus dem Januar 1967 ist auf jeden Fall vollständig und der Schnittmusterbogen unbenutzt.

Burda Moden Januar 1967

„Der neue Schnitt“ vom Schwabe Verlag aus dem November 1957 ist ebenfalls vollständig und in einem sehr passablen Zustand.

Der neue Schnitt 11/1957

Bei der Zeitschrift „für dich“, von der ich vermute, dass sie aus dem Juli 1965 stammt, fehlt der Einband (daher ist die Zeitangabe so ungenau) und sowohl Schnittbogen, wie Nähbeschreibung. Der Zustand ist sehr stark abgenutzt. Die Zeitschrift stammt aus der DDR und ist aus dem Aspekt heraus betrachtet eine interessante Lektüre (wie sah die politische Erziehung zur damaligen Zeit aus?).

für dich vermutlich aus Juli 1965

Beim Fotografieren des Gesamtpaketes habe ich irrtümlich den Einband der Zeitschrift „Neuer Schnitt“ mit der Einband Nr. 3108 auf ein Ullstein Modeheft Sommer 1955 gelegt (die Dame mit dem rosa Kleid und roten Mantel). Das Ullstein Modeheft kam ohne Einband daher, es liegt aber der Schnittmusterbogen bei, außerdem noch ein Blatt zur Maßbestimmung und ein aus Packpapier gefertigtes Schnittteil einer Winterhose.

Ullstein Modeheft Sommer 1955 Nr. 38

Bei der Zeitschrift „Neuer Schnitt“ Nr. 3108 (hier gehörte eigentlich der Einband mit Dame im rosa Kleid und rotem Mantel drauf) fehlt leider der Schnittmusterbogen (und die hintere Einbandseite), aber es sind wunderschöne Festtagsroben drin zu sehen. Es handelt sich um die Sonderausgabe Festkleider. Als zusätzlich Angabe steht noch 16/63 drauf, weshalb ich das Ausgabjahr auf 1963 schätze.

Neuer Schnitt Nr. 3108 Sonderheft Festkleider

Außerdem lag noch ein zweites Sonderheft von „Neuer Schnitt“ dabei und zwar die Ausgabe „Schürzen und Hauskleider“ (Nr. 3097, 5/63). Diese Ausgabe ist in einem sehr passablen Zustand, vollständig und zu dem äußerst amüsant. Es lagen außerdem noch rausgerissene Seiten einer anderen Zeitschrift dabei, deren Herkunft ich leider nicht bestimmen kann.

Neuer Schnitt Sonderheft Schürzen und Hauskleider + Zeitungsausschnitte.

Dann lag noch eine „Neue Post“ vom 13. Mai 1967 dabei. So eine alte Zeitschrift ist ja eine echte Zeitreise 🙂 Außerdem lagen auch dieser Zeitschrift Seiten aus anderen Zeitschriften bei und zwar Strickanleitungen und diese waren zum Teil mit der kompletten Beschreibung, also noch eine Perle in der Muschel.

Neue Post Nr. 21 aus 1967 + weitere Seiten

Als Letztes lag noch ein Schnittmusterbogen dabei. Dieses Stück ist das älteste in der Sammlung. Es handelt sich um einen Schnittmusterbogen aus der Zeitschrift „Vobachs Familienhilfe“ Ausgabe Nr. 1 aus 1930.

Bei der Zeitschrift „Vobachs Familienhilfe“ handelte es sich um eine Abonnentenversicherung. Neben dem regelmäßigen Zeitschriftenbezug schloss der Bezieher zeitgleich eine Unfall- und Sterbegeldversicherung ab. Die erste Abonnentenversicherung hatte 1890 in Leipzig seinen Ursprung. Die erste Ausgabe der „Vobacher Familienhilfe“ schätze ich auf 1924 (das war das älteste Exemplar, dass ich finden konnte). Diese Zeitschriften tauchen vereinzelt immer wieder im Internet auf und kosten so um die 10 – 15 Euro. Kauft man in Paketen, kommt man manchmal billiger bei weg. Auch die Schnittmusterbögen werden einzelnd für ca. 7 – 8 Euro/Stück angeboten und sind m. E. auch einzeln zu gebrauchen, da auf einem Schnittmusterbogen alles verzeichnet ist, was man zum Nähen braucht. Man hat halt nur kein Bild, wie das Stück fertig aussieht. Da ist Phantasie gefragt.

Schnittmusterbogen aus Vobachs Familienhilfe Nr. 1/1930

Was das Paket insgesamt tatsächlich wert ist? Keine Ahnung. Das Preismindernste dürfte der teilweise sehr schlechte Zustand der Zeitschriften sein. Nur 3 Zeitschriften sind in einem passablen aber trotzdem gebrauchten Zustand (Burda Moden 1/1967, Der neue Schnitt 11/1957 und Neuer Schnitt Sonderheft Schürzen und Hauskleider). Alle anderen Zeitschriften sind in einem teilweise sehr desolaten bzw. unvollständigen Zustand. Trotzdem würde ich, wenn ich die Zeitschriften einzeln mit endsprechender Beschreibung verkaufe, den Einstandspreis alle Male herausbekommen. Aber will ich das? Nein! Ich freue mich über ein kleines Häufchen für mich sehr werkvoller Schnittmuster und hoffe, dass ich auch mal ein (oder zwei oder drei) Projekt(e) daraus umsetzen kann 🙂

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